{"id":2220,"date":"2014-02-17T14:07:17","date_gmt":"2014-02-17T12:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/berta-online.org\/?p=2220"},"modified":"2014-04-10T10:34:54","modified_gmt":"2014-04-10T08:34:54","slug":"ruckblick-grune-woche-demaskieren-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berta-online.org\/?p=2220","title":{"rendered":"R\u00fcckblick &#8211; Gr\u00fcne Woche demaskieren! 2014"},"content":{"rendered":"<p>Vom Einstand des Aktionsb\u00fcndnisses Gr\u00fcne Woche demaskieren! auf der gr\u00fcnen Protest-Woche. Ein R\u00fcckblick \u2013 und der Versuch eines Ausblicks.<\/p>\n<p align=\"justify\">un ist sie wieder vorbei, die Internationale Gr\u00fcne Woche. Zehn Tage Propaganda und Werbung f\u00fcr eine ausbeuterische und umweltzerst\u00f6rerische (Land-)Wirtschaft haben ihr Ende gefunden. Vorerst, bis es n\u00e4chstes Jahr leider weiter geht. Jetzt ist es Zeit f\u00fcr uns zu verschnaufen, zur\u00fcck zu blicken auf das Geschehene und nach vorn zu blicken, auf das Kommende. Denn noch gilt leider: \u201eNach der Gr\u00fcnen Woche ist vor der Gr\u00fcnen Woche.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Dieses Jahr haben wir zum ersten Mal zu Protest und Widerstand gegen das vorherrschende (Land-)Wirtschaftssystem aufgerufen \u2013 ein Landwirtschaftssystem das auf die Bed\u00fcrfnisse und das Wohlergehen von Mensch und Tier schei\u00dft, die Grundlage f\u00fcr alles Leben auf diesem Planeten zerst\u00f6rt und nur am Profit f\u00fcr Wenige interessiert ist. An verschiedenen Aktionstagen \u2013 vor und w\u00e4hrend der Messe \u2013 haben unterschiedlichste Aktionen stattgefunden.<\/p>\n<p align=\"justify\">Was ist alles passiert?<br \/>\nIm Vorfeld der Messe wurden Flyer verteilt, die den originalen Gr\u00fcne Woche-Flyern verbl\u00fcffend \u00e4hnlich sehen, diesen aber in Wort und Bild parodieren. Durch \u00dcberh\u00f6hungen und Zuspitzungen wurde versucht, die Perversion der \u201eNutztierhaltung\u201c sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, wie zynisch die Sprache ist, die verwendet wird, um Tierausbeutung zu legitimieren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p align=\"justify\">Am Mittwoch und Donnerstag \u2013 zwei Tage vor dem offiziellen Start der Gr\u00fcnen Woche \u2013 haben wir zu Online- und Telefonaktionstagen gegen die Verharmlosung der industriellen Landwirtschaft auf dem ErlebnisBauernhof und der Internationalen Gr\u00fcnen Woche aufgerufen.<\/p>\n<p align=\"justify\">W\u00e4hrend der Gr\u00fcnen Woche wurden als gro\u00df angek\u00fcndigte Mitmachaktionen Mahnwachen vor dem Nordeingang abgehalten, anl\u00e4sslich des \u201eFrische Forum Fleisch\u201c eine ironische \u201ePro-Fleisch\u201c-Demo veranstaltet und mit einem Die-in auf die vielen Opfer der \u201emodernen\u201c Landwirtschaft aufmerksam gemacht. Erg\u00e4nzt wurde das Ganze durch bunte, kreative und vielf\u00e4ltige Kreideaktionen vor den Eing\u00e4ngen der Messe. Von uns entworfene Gutscheine f\u00fcr einmal \u201eSelber Schlachten\u201c wurden w\u00e4hrend einem versteckten Theater in der S-Bahn eingesetzt. Diese Gutscheine berechtigten den Besitzer vermeintlich dazu, auf dem ErlebnisBauernhof ein Tier selbst zu t\u00f6ten (f\u00fcr kleine Kinder standen demnach Zwergkaninchen zur Verf\u00fcgung). Denn wer Fleisch isst, sollte wissen, wo es herkommt. ErlebnisBauernhof-Flyer, die die Diskrepanz zwischen der Realit\u00e4t f\u00fcr Milliarden von \u201eNutztieren\u201c und dem gezeigten sch\u00f6nen Schein auf der Messe verdeutlichten, wurden auf und vor dem Messegel\u00e4nde verteilt. T\u00fcranh\u00e4ngerflyer in der Ring-Bahn \u2013 mit der die meisten Besucher*innen zur Messe fahren \u2013 sollten ebenfalls auf die L\u00fcgenm\u00e4rchen auf dem ErlebnisBauernhof aufmerksam machen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Zu einem kreativen, vielseitigen Protest geh\u00f6rt aber mehr als artige, geduldete Aktionen. So haben einige Aktivist*innen bei der Er\u00f6ffnung des ErlebnisBauernhofs einen Schlachttransporter besetzt, auf dem \u2013 an Zynismus kam zu \u00fcbertreffen \u2013 zu lesen war: \u201eWir transportieren Tierschutz\u201c. Am darauffolgenden Tag wurde der Funkturm auf dem Messegel\u00e4nde erklettert und ein Transparent mit dem Spruch \u201eBlo\u00df nicht genau hinsehen\u201c entrollt. Am letzten Messewochenende wurden von einem Werbeturm vor dem S\u00fcdeingang der Messe zwei Transparente mit den Spr\u00fcchen \u201eKapitalistische Landwirtschaft t\u00f6tet\u201c und \u201eFleisch ist immer Mord\u201c entrollt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Komplettiert wurde das Programm durch drei Abendveranstaltungen: Der Langzeitaktivist J\u00f6rg Bergstedt beteiligte sich mit zwei Informations- und Diskussionsveranstaltungen. Und am Samstagabend gab es eine Lesung von und mit Hilal Sezgin, auf der ihr Buch \u201eArtgerecht ist nur die Freiheit\u201c vor \u00fcber hundert Menschen das erste Mal der \u00d6ffentlichkeit vorgestellt wurde. Diese fand am selben Tag wie die \u201eWir haben es satt\u201c-Demo statt und sollte die vielen, schon kritisch eingestellten, aber noch nicht vom veganen Leben \u00fcberzeugten Menschen, die nach Berlin gekommen waren, anziehen. Den Abschluss der Veranstaltungen bildete ein leckerer Solibrunch der BerTA.<\/p>\n<p align=\"justify\">Was f\u00fcr Ziele haben wir uns gesetzt?<br \/>\nWer h\u00e4tte gedacht, dass wir so ein vielf\u00e4ltiges, buntes und kreatives Programm auf die Beine stellen w\u00fcrden? Wir sicher nicht, als wir uns im Juli zum ersten Mal zusammengesetzt haben, um \u00fcber St\u00f6raktionen auf der Gr\u00fcnen Woche zu reden. Wir, das war eine Gruppe von f\u00fcnf bis 10 tierrechtlich\/vegan aktiven Menschen aus Berlin, die sich gr\u00f6\u00dftenteils vorher gar nicht kannten. Am Ende der Planungsphase waren wir dann schon um die 30 Menschen. Unser Ziel war es, den \u00fcblichen Gesch\u00e4fts- und Propagandaablauf der Internationalen Gr\u00fcnen Woche \u00f6ffentlich sichtbar zu st\u00f6ren. Dabei wollten wir die Messe-Besucher*innen erreichen, aber auch die starke \u00fcberregionale Medienpr\u00e4senz nutzen, um weit \u00fcber die Messe hinaus m\u00f6glichst viele Gr\u00fcnde zu thematisieren, mit der herrschenden Form von Landwirtschaft nicht einverstanden zu sein, sich ihr in den Weg zu stellen und Alternativen aufzubauen. Denjenigen, die vom jetzigen in jeder Hinsicht ausbeuterischen System profitieren und es verteidigen, wollten wir signalisieren, dass sie dabei weder unbeobachtet noch ungest\u00f6rt bleiben.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ist uns das gelungen?<br \/>\nDie Internationale Gr\u00fcne Woche ist die weltgr\u00f6\u00dfte Messe f\u00fcr Landwirtschaft, Ern\u00e4hrung und Gartenbau. \u00dcber 1.600 Aussteller*innen sind dort vertreten, mehr als 400.000 Besucher*innen waren auf der Messe. Dort den Gesch\u00e4fts- und Propagandaablauf \u00f6ffentlich sichtbar zu st\u00f6ren erscheint als ein schwieriges Unterfangen. Wie gro\u00df die Messe tats\u00e4chlich ist, ist uns auch erst bei den Vorbereitungen wirklich klar geworden. Aber genervt haben wir die Veranstalter sichtlich und man nahm uns ernst vor Ort. Die Securities wurden von Tag zu Tag und von Aktion zu Aktion grober. Die Messe l\u00e4sst pr\u00fcfen, ob sie gegen unser Logo und die Parodie-Flyer vorgehen kann und selbst die Polizei unterstellte uns Aktionen, von denen wir gar nichts wussten.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wie so h\u00e4ufig ist es auch schwer einzusch\u00e4tzen, ob und wie viele Menschen wir erreicht haben. Vor dem Start der Messe haben wir 5.000 parodierende Gr\u00fcne-Woche-Flyer verteilt. Am Messegel\u00e4nde konnten wir nochmal 6.000 Menschen Flyer mit unseren Hintergr\u00fcnden in die Hand dr\u00fccken, zus\u00e4tzlich wurden fast 10.000 erg\u00e4nzende Flyer verteilt. Eine Materialschlacht par excellence, aber bei \u00fcber 400.000 Messebesucher*innen auch ein Tropfen auf den hei\u00dfen Stein. Ob die Satire der Parodie-Flyer deutlich wurde, k\u00f6nnen wir leider nicht einsch\u00e4tzen. Von einigen Menschen aus unserem Umfeld wurde das angezweifelt. Leider ist die \u201enormale\u201c Sprache, mit der die Tiernutzung legitimiert wird, schon derma\u00dfen zynisch, dass es schwierig ist, das noch zu \u00fcberzeichnen. Ob die Ironie der \u201ePro-Fleisch\u201c-Demo f\u00fcr den durchschnittlichen Omnivoren deutlich wurde, k\u00f6nnen wir auch nicht mit Sicherheit sagen. Wir hatten allerdings vor Ort einige Gespr\u00e4che mit Messebesucher*innen, die zumindest ins Gr\u00fcbeln kamen, ob wir das jetzt wirklich ernst meinen. Und wir hatten unseren Spa\u00df, was zu einer guten Aktion genauso dazu geh\u00f6rt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Wir hatten den Eindruck, dass das Flyern vor der Messe effektiv war. Viele Menschen lasen die Flyer und einige kamen interessiert zu unserer Mahnwache. Jedoch waren wir nicht vollst\u00e4ndig auf die Mentalit\u00e4t des Messepublikums gefasst. Die Messe ist ein Ort, wo sich Jungbauern, Gro\u00dfbauern, Familien und eher konservativ eingestellte, nicht zum kritischen Hinterfragen neigende, Menschen tummeln. Dementsprechend stie\u00dfen wir auch auf heftige Gegenwehr. Das Messegel\u00e4nde ist als Ort des Protests wahrscheinlich nicht so dankbar \u2013 von den zeitweilig lebensbedrohlich niedrigen Temperaturen ganz zu schweigen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Einige von uns haben das erste Mal an \u00f6ffentlichen illegalisierten Aktionen teilgenommen. Da war die Aufregung im Vorfeld etwas gr\u00f6\u00dfer. Hinzu kam, dass es gerade bei der Aktion auf dem ErlebnisBauernhof noch bis kurz davor einige Unklarheiten gab. Wie kommen wir auf das Messegel\u00e4nde; welche Veranstaltung genau wollen wir st\u00f6ren; wie gehen wir vor, damit wir gen\u00fcgend Zeit haben, unsere Message r\u00fcber zu bringen? Im Grunde wussten wir erst am Abend vorher die Antworten auf diese Fragen. Am Ende hat jedoch fast alles gut geklappt und die Aktion konnte durchgef\u00fchrt werden. Zus\u00e4tzlich zu dem Transparent, das auf dem Transporter entrollt wurde, sollte eigentlich noch ein Transparent an mit Helium gef\u00fcllten Luftballons zur Decke hoch steigen. Leider ist die fragile Stangenkonstruktion unterwegs zerbrochen, so dass daraus nichts wurde. Und leider haben wir den perfekten Moment verpasst, sodass die Presse, die sich in der Halle befand, nicht wirklich auf uns aufmerksam wurde. Daf\u00fcr wurden wir von den drum herum stehenden Bauern mit dem Slogan \u201eIhr k\u00f6nnt nach Hause gehen\u201c nieder gebr\u00fcllt. Eine Reaktion auf die wir so auch nicht gefasst waren. Sie sagt aber doch viel \u00fcber das Publikum auf dieser Messe aus.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die Kletteraktion am Funkturm ist erstaunlich planm\u00e4\u00dfig und einfach \u00fcber die B\u00fchne gegangen, bis auf die Tatsache, dass einer der Aktivist*innen seine Jacke unten vergessen hatte. Aber auch hier stand eigentlich erst am Abend vorher fest, wer \u00fcberhaupt klettern wird. Mit dem Wetter hatten wir riesiges Gl\u00fcck und so fand die Aktion bei strahlendem Sonnenschein und m\u00e4\u00dfig kalten Temperaturen statt. So war fast drei Stunden der Spruch \u201eBlo\u00df nicht genau hinsehen\u201c \u00fcber der Gr\u00fcnen Woche zu lesen. Leider wurde einer der Aktivist*innen nach der Aktion noch stundenlang von der Polizei festgehalten, um ihn trotz feststehender Personalien einer ED-Behnadlung zu unterziehen. Dabei hat es sich nur um unn\u00f6tige Polizeischickane gehandelt.<\/p>\n<p align=\"justify\">Und auch die letzte Kletteraktion vor dem S\u00fcdeingang der Messe war erfolgreich \u2013 wenn auch von kurzer Dauer. Der Turm konnte ohne Probleme erklommen und die Transparente entrollt werden. Leider wurden wir ziemlich schnell von der Polizei gest\u00fcrmt, da die Ma\u00dfe f\u00fcr das Gitter, das wir verwendeten, um die Polizei davon abzuhalten, hoch zu kommen nicht passte. Da die Aktion an dem Tag genau zur \u00d6ffnung der Messe stattfand, einer Zeit in der, der Besucher*innenstrom nicht abrei\u00dft, haben viele Menschen unsere Botschaften wahrgenommen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Trotz einiger kleiner Entt\u00e4uschungen waren wir aber insgesamt zufrieden. Wir haben nun wertvolles Wissen \u00fcber die Gegebenheiten auf der Gr\u00fcnen Woche die wir f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr nutzen k\u00f6nnen. Und es sind einige Hemmschwellen gefallen bei den Neulingen auf der Protestb\u00fchne. Leider werden wir in den kommenden Monaten mit einiger Antirepressionsarbeit konfrontiert werden.<\/p>\n<p>Und das Presseecho?<\/p>\n<p align=\"justify\">Es war verhalten, aber doch sichtbar. Im Vorfeld f\u00fchrten wir mit zwei Zeitungen und dem freien Radiosender \u201eRadio Blau\u201c Interviews, die unsere Position gut wiedergaben. Leider wurde in einigen nachfolgenden Presseberichten der Inhalt unserer Kritik teilweise nicht oder falsch transportiert. Typischerweise wurde uns bspw. eine Tierschutzposition zugeschrieben, die wir zur\u00fcckweisen. Wir sehen erstens das Thema Tierausbeutung nicht losgel\u00f6st von der kapitalistischen Wirtschaftsweise und den damit einhergehenden brutalen Ausbeutungsmechanismen von Mensch, Tier und Umwelt, die auf der Gr\u00fcnen Woche besch\u00f6nigt werden. Und zweitens kritisieren wir Tierhaltung als inh\u00e4rent gewaltt\u00e4tig und unn\u00f6tig. Wir stehen nicht f\u00fcr eine verbesserte Landwirtschaft mit Tieren, sondern f\u00fcr eine Landwirtschaft ohne Tierproduktion.<\/p>\n<p align=\"justify\">Die St\u00f6rung der Er\u00f6ffnung des ErlebnisBauernhofs schaffte es zwar in die Abendschau des RBB. Allerdings wurde gesagt, wir seien Tiersch\u00fctzer, die gegen Massentierhaltung sind. \u00dcber die Kletteraktion am Funkturm wurde in einer dpa-Meldung leider berichtet, wir demonstrieren f\u00fcr mehr Tierschutz in der Landwirtschaft. Diese schaffte es zwar in viele Zeitungen, gab unsere Position jedoch verdreht wieder (z.B. in der taz, im Spiegel, Focus und WELT).<br \/>\nEinige Artikel gaben keine Falschmeldungen wieder, \u00e4u\u00dferten sich aber auch nicht inhaltlich zu uns (nd, taz). Und Topagrar berichtete sogar, dass \u201eTiertransport ist Mord\u201c gebr\u00fcllt wurde.<\/p>\n<p align=\"justify\">In zwei Artikeln in der Berliner Morgenpost und im Freitag kamen jedoch unsere Positionen sehr klar und deutlich zum Ausdruck.<\/p>\n<p align=\"justify\">In der Morgenpost hie\u00df es: \u201eIm Gegensatz zum mittlerweile etablierten Protestb\u00fcndnis \u201aWir haben es satt!\u2018 gibt \u201aGr\u00fcne Woche demaskieren\u2018 dieses Jahr sein Deb\u00fct auf der gr\u00fcnen Protest-B\u00fchne. Den Aktivisten gehen die Forderungen der \u201aWir haben es satt!\u2018-Veranstalter nicht weit genug. Neben einer generellen Abkehr von der Tierhaltung, die das Tier zum Nutzobjekt degradiere, fordert die Gruppe ein Aufbrechen der herrschenden Marktstrukturen und nennt Alternativen.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Und im Freitag war zu lesen: \u201eDas B\u00fcndnis kritisiert dabei nicht nur die Lebens- und Sterbebedingungen von Tieren in der konventionellen industriellen Landwirtschaft, sondern wendet sich generell gegen jede Form von Nutztierhaltung. \u201aTiere sind keine Ware, kein Produkt, sondern f\u00fchlende Lebewesen,\u2018 [\u2026] die Bedingungen auf sogenannten Bio-H\u00f6fen seien nur marginal besser als in der Massentierhaltung. Das B\u00fcndnis lehne deshalb den Verzehr von Tieren und tierischen Produkten prinzipiell ab. Auch einer Bio-Kuh werde das Kalb weggenommen, um sie melken zu k\u00f6nnen; auch das sei Tierleid, das das B\u00fcndnis nicht akzeptiere. Tiere seien nicht dazu da, menschliche Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen.\u201c<\/p>\n<p align=\"justify\">Warum dann aber in dem Artikel zum Schluss noch mal betont werden muss, dass eine konsequente Kritik von Gewalt an Tieren als dogmatisch gilt (w\u00e4hrend es anscheinend die Forderung nach einer Beibehaltung nicht ist), erschlie\u00dft sich uns nicht. Uns ist bewusst, dass wir die Welt nicht von heute auf morgen \u00e4ndern und die Fleischindustrie mal eben so abschaffen k\u00f6nnen. Wenn jedoch bestimmte Probleme systemimmanent sind (Fleischproduktion bedeutet immer Instrumentalisierung, Kontrolle von Reproduktion, Gefangenhaltung und T\u00f6tung etc., auch bei \u201eBio-\u201c oder\u201eartgerechter Haltung\u201c), dann muss ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel her.<br \/>\nVielleicht muss es erst mal darum gehen, den Begriff der Tierrechte in den Mainstreammedien zu etablieren. Dann ist schon viel erreicht.<br \/>\nDie dpa hat einen R\u00fcckblick der Gr\u00fcnen Woche geschrieben, der in \u00e4hnlicher Form in mehreren Zeitungen erschienen ist (z.B. WELT und Stern). Wir bekommen sogar etwas mehr Raum als die Wir-haben-es-satt-Demo und unsere Kritik wird richtig wiedergegeben:<br \/>\n\u201eParallel zur Messe hatten am vergangenen Samstag aber auch mehrere zehntausend Menschen in Berlin daf\u00fcr demonstriert, dass Bauern und Ern\u00e4hrungsindustrie Tiere und Klima besser sch\u00fctzen. In den Folgetagen kam es unabh\u00e4ngig davon auf dem Messegel\u00e4nde zu kleineren Protestaktionen der neuen Initiative \u201aGr\u00fcne Woche demaskieren\u2018. Sie wirft der modernen Landwirtschaft vor, Menschen, Tiere und Umwelt auszubeuten. Bauernpr\u00e4sident Rukwied lehnte einen Dialog mit diesem Teil der Kritiker, etwa \u00fcber Tierhaltung, ab. \u201aEs gibt Gruppen, die das per se nicht wollen, und mit denen \u00fcber eine weitere Verbesserung der Nutztierhaltung zu sprechen, macht einfach keinen Sinn\u2018, sagte Rukwied der Nachrichtenagentur dpa.\u201c<br \/>\nDass Herr Rukwied es f\u00fcr sinnlos h\u00e4lt, mit uns \u00fcber Verbesserungen in der Tierhaltung zu reden, ist durchaus nachvollziehbar. Schade nur, dass wir nicht gefragt wurden, ob wir denn mit ihm dar\u00fcber reden m\u00f6chten. Wir stellen uns da zum Beispiel folgenden zus\u00e4tzlichen Absatz vor:<\/p>\n<p align=\"justify\"><i>\u201eDas B\u00fcndnis \u201aGr\u00fcne Woche demaskieren!\u2018 lehnte einen Dialog mit diesem Teil der Agrarwirtschaft, etwa \u00fcber Tierhaltung, ab. \u201aEs gibt Gruppen, die eine Abschaffung der Nutztierhaltung per se nicht wollen, und mit denen dar\u00fcber zu sprechen, macht einfach keinen Sinn\u2018, sagte Erna Aktiv der Nachrichtenagentur dpa. Mit Organisationen wie dem Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz (BUND), der auch zu der Gro\u00dfdemonstration aufgerufen hatte, wolle sie aber gerne mal sprechen, versicherte die Aktivistin.\u201c<\/i><\/p>\n<p align=\"justify\">Fazit<br \/>\nInsgesamt sind wir sehr zufrieden mit unserem Einstand auf der Protestb\u00fchne. Mit vielen bunten Aktionen konnten wir viele Menschen zum Mitmachen mobilisieren. F\u00fcr n\u00e4chstes Jahr w\u00fcnschen wir uns noch mehr Aktionen, (auch \u00fcberregional) Mitmachende und vor allem eine thematische Ausweitung der Proteste. Denn nicht nur die Tierausbeutung gilt es in der kapitalistischen Landwirtschaft zu kritisieren. Es gibt genug Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr zahlreiche Proteste an der Gr\u00fcnen Woche und wir hoffen, dass sich Gentechnikgegner*innen, Umweltgruppen, solidarische Landwirt*innen, biovegane Anbauer*innen und Menschen mit noch ganz anderen Blickwinkeln uns anschlie\u00dfen und ihr Nichteinverst\u00e4ndnis sichtbar machen. Der Anfang ist gemacht. N\u00e4chstes Jahr geht es weiter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Einstand des Aktionsb\u00fcndnisses Gr\u00fcne Woche demaskieren! auf der gr\u00fcnen Protest-Woche. Ein R\u00fcckblick \u2013 und der Versuch eines Ausblicks. un ist sie wieder vorbei, die Internationale Gr\u00fcne Woche. 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