{"id":64,"date":"2010-08-27T14:50:05","date_gmt":"2010-08-27T12:50:05","guid":{"rendered":"http:\/\/berta-online.org\/?page_id=64"},"modified":"2010-08-29T17:28:02","modified_gmt":"2010-08-29T15:28:02","slug":"tierausbeutung-ist-angreifbar","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/berta-online.org\/?page_id=64","title":{"rendered":"Tierausbeutung ist Angreifbar"},"content":{"rendered":"<div>\n<h2>Tierausbeutung ist Angreifbar<\/h2>\n<h4>Redebeitrag der Berliner Tierrechtsaktion zum Hip Hop-Solikonzert am 25.08.2006 in Berlin<\/h4>\n<p>Der Redebeitrag soll mit einer h\u00f6chst erfreulichen Nachricht begonnen  werden. In den vergangenen Tagen gaben die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungen von Peek  und Cloppenburg, einer Modehauskette mit weit \u00fcber 100 Filialen bekannt,  dass sie in Zukunft den Handel mit Pelzen beenden werden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich lie\u00dfen sich die ManagerInnen von P&amp;C nicht aus einem  pl\u00f6tzlichen Gesinnungswandel zu dieser Entscheidung bewegen, nein,  hierf\u00fcr bedurfte es einer \u00fcber dreij\u00e4hrigen Kampagne von  TierrechtlerInnen und TierbefreierInnen in Deutschland und \u00d6sterreich.  \u00dcber 1.500 Aktionen wurden in diesem Rahmen durchgef\u00fchrt. Meist waren es  kleinere Kundgebungen vor den Filialen der Modeh\u00e4user in zahlreichen  Gro\u00dfst\u00e4dten, so protestierten auch wir, die Berliner Tierrechtsaktion,  in der Regel einmal in der Woche vor den Toren von P&amp;C in Berlin.<\/p>\n<p>Aber die Kampagne, die von der Offensive gegen die Pelzindustrie  initiiert wurde, ging \u00fcber diese Aktionen weit hinaus. Auf  \u00fcberregionalen Demonstrationen begleitete uns bald ein immer gr\u00f6\u00dferes  Polizeiaufgebot, um Peek und Cloppenburg vor aufgebrachten  DemonstrantInnen zu sch\u00fctzen. Auch Aktionen des Zivilen Ungehorsams, wie  z.B. Go-Ins oder Direkte Aktionen waren Teil der Kampagne. So mussten  in Berlin Glasermeister gerufen werden, um ver\u00e4tzte Schaufensterscheiben  zu ersetzen. Nicht zuletzt sorgten die in den letzten Wochen  verst\u00e4rkten Homedemos vor den Privath\u00e4usern von  Entscheidungstr\u00e4gerInnnen daf\u00fcr, dass ein enormer Druck aufgebaut wurde,  den P&amp;C nicht mehr aussitzen konnte.<\/p>\n<p>Peek und Cloppenburg ist jedoch nicht das einzige Unternehmen, welches  den Pelzverkauf beenden musste, auch C&amp;A, Karstadt oder das KaDeWe  sahen sich mit TierrechtlerInnen konfrontiert und verkaufen aus diesem  Grund bis heute keinen Pelz! Dies zeigt, dass Kampagnen gewonnen werden  k\u00f6nnen und dies auch nicht die letzte Kampagne gewesen sein wird, um den  Pelzhandel ein f\u00fcr alle Mal zur Geschichte zu machen.<\/p>\n<p>Pelz steht jedoch nur symptomatisch f\u00fcr das, was Tieren tagt\u00e4glich in  unserer Gesellschaft widerf\u00e4hrt. Schon die Sprache l\u00e4sst daran keinen  Zweifel, wenn von Schlachtvieh und Jagdwild, von Versuchs-, Zirkus- oder  Pelztieren die Rede ist. Sie werden nach Verwertungskategorien benannt  und dementsprechend behandelt. Es liegt nat\u00fcrlich keinesfalls im  Interesse von K\u00fchen geschlachtet zu werden und auch nicht im Sinne von  Nerzen oder F\u00fcchsen, dass sie zu Pelz verarbeitet werden. Dass es so  etwas wie Nutztiere gibt, liegt im Bewusstsein der Menschen begr\u00fcndet  und keinesfalls im Wesen der Tiere.<\/p>\n<p>Diese leben n\u00e4mlich um ihrer selbst Willen, sie haben ein Bewusstsein,  empfinden Schmerzen und andere Gef\u00fchle. Nur sind es eben nicht diese  Gemeinsamkeiten, die eine Rolle in der Behandlung von Tieren spielen,  sondern es sind die Unterschiede. Weil Tiere bspw. nicht auf einer  sprachlichen Ebene mit uns kommunizieren k\u00f6nnen, weil sie angeblich  nicht aufrecht gehen k\u00f6nnen und generell minder entwickelt seien,  erscheint der Mensch als einzigartig, Tiere auf der anderen Seite, als  die vermeintlich anderen, niederen und folglich beherrschbaren Wesen.  Dabei haben Tiere wie Menschen ein Interesse daran, nicht geschlagen,  nicht gefangen gehalten und nicht get\u00f6tet zu werden. F\u00fcr die meisten  Menschen aber sind Tiere schlichtweg daf\u00fcr da, auf unseren Tellern zu  landen oder als Teil an ihre Kleidung gen\u00e4ht zu werden.<\/p>\n<p>Dieses Herrschaftsverh\u00e4ltnis, der Speziesismus, also die Unterdr\u00fcckung  aufgrund der Spezieszugeh\u00f6rigkeit, oder vielmehr der Nicht-Zugeh\u00f6rigkeit  zur Spezies Mensch, gilt es aus unserer Sicht abzuschaffen. Wir setzen  uns dabei nicht f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere K\u00e4fige und nicht f\u00fcr schmerzfreie  T\u00f6tungsmethoden ein, sondern wir wollen Unterdr\u00fcckungsverh\u00e4ltnisse  beenden. Das gilt nat\u00fcrlich nicht blo\u00df in Bezug auf Tiere, sondern auch  auf Homophobie, Sexismus, Rassismus oder Kapitalismus. Was wir wollen  ist eine befreite Gesellschaft, in der aber auch Tiere als freie  Individuen ihren Platz finden.<\/p>\n<p><strong>Berliner Tierrechtsaktion, August 2006. <\/strong><\/p>\n<p><em>Dieser Redebeitrag war Teil eines Solikonzerts am 25. August 2006 in  der K\u00f6pi in Berlin. Organisiert wurde diese Party, auf der u.a. Albino  und Germ auftraten, von der FreeQuencies Combo, einem HipHop Kollektiv  mit emanzipatorischem Anspruch aus Berlin. Die H\u00e4lfte der Einnahmen  kamen der Berliner Tierrechtsaktion zu Gute, wof\u00fcr wir uns an dieser  Stelle nochmals recht herzlich bedanken m\u00f6chten. <\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tierausbeutung ist Angreifbar Redebeitrag der Berliner Tierrechtsaktion zum Hip Hop-Solikonzert am 25.08.2006 in Berlin Der Redebeitrag soll mit einer h\u00f6chst erfreulichen Nachricht begonnen werden. 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