{"id":33,"date":"2010-08-27T14:38:58","date_gmt":"2010-08-27T12:38:58","guid":{"rendered":"http:\/\/berta-online.org\/?page_id=33"},"modified":"2010-08-29T17:30:40","modified_gmt":"2010-08-29T15:30:40","slug":"fleisch-ein-stuck-lebenskraft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/berta-online.org\/?page_id=33","title":{"rendered":"Fleisch ein St\u00fcck Lebenskraft?"},"content":{"rendered":"<div>\n<h2>Fleisch ein St\u00fcck Lebenskraft?<\/h2>\n<p>Fleisch gilt als Nahrungsmittel und immer wieder wird uns  eingetrichtert, dass wir Fleisch essen sollen und das es gut f\u00fcr uns  ist. Aber wie kommt das Fleisch auf den Teller? Erst das Schlachten,  also ein Akt der Gewalt, macht das Fleischessen erst m\u00f6glich. Es ist  buchst\u00e4bliches Zerst\u00fcckeln von Tieren und propagiert, dass wir das Recht  der Tiere auf Leben intellektuell und emotional nicht anerkennen. Die  Gesellschaft betrachtet Tiere nur noch al konsumierbare Ware. Tiere als  Lebewesen mit Namen und K\u00f6rpern werden als Tiere entfernt,  sie werden  zu \u201eFleisch\u201c. Also ersetzt ein toter K\u00f6rper das lebendige Tier.<\/p>\n<p>Tiere werden durch Sprache entfernt, die die toten K\u00f6rper umbenennt,  bevor die KomsumentInnen sie essen. Unsere Kultur mystifiziert den  Begriff Fleisch als Nahrungsmittel noch weiter durch die Sprache  der  Gastronomie, so dass wir nicht von toten, geschlachteten Tieren  sprechen, sondern von Kochkunst. Die kulturellen Bedeutungen von Fleisch  und Fleischessen ver\u00e4ndert sich im Laufe der Geschichte, ein wichtiges  Element der Bedeutung von Fleisch bleibt jedoch gleich:<\/p>\n<p>Niemand isst Fleisch, ohne dass ein Tier stirbt. Wenn wir Tiere essen,  nennen wir sie anders. Zum Beispiel sprechen wir nicht von K\u00e4lbern,  Schweinen oder H\u00fchnern, sondern von Braten und Schnitzel. Die Ethik der  menschlichen Herrschaft entfernte Tiere aus dem Bereich menschlicher  Anteilnahme. Tiere und Menschen leiden und sterben auf \u00e4hnliche Weise.  Wenn Menschen eigenh\u00e4ndig ein Schwein umbringen m\u00fcssten, bevor sie es  essen, w\u00e4ren die meisten nicht dazu imstande. Das Schwein schreien zu  h\u00f6ren, das Blut spritzen zu sehen, zu sehen, wie das junge Tiere seiner  Mutter entrissen wird, und den Tod in den Augen des Tieres zu erkennen,  w\u00fcrde ihnen den Magen umdrehen. Darum lassen sie den Mann im  Schlachthaus das T\u00f6ten f\u00fcr sie erledigen. Das Schlachten von Tieren  macht aus lebendigen, atmenden Lebewesen Objekte. Tiere werden nicht nur  mit Hilfe der Technologie wesenlos gemacht, sondern auch mit harmlosen  Begriffen wie \u201eEiwei\u00dflieferant\u201c, oder \u201eBiomaschinen\u201c. F\u00fcr die  Fleischindustrie besteht ein Tier aus \u201eessbaren\u201c und \u201enicht essbaren\u201c  Teilen, die von einander getrennt werden m\u00fcssen, damit die letzteren  nicht die ersteren verunreinigen. Nach dem Schlachten m\u00fcssen  zerst\u00fcckelte K\u00f6rperteile umbenannt werde, um zu verschleiern, dass das  einmal ein Tier war. Nach dem Tod werden K\u00fchen \u201eRostbraten\u201c, Steak\u201c und  \u201eHamburger\u201c; aus Schweinen werden \u201eSchinken \u201e und \u201eSpeck\u201c. Wir sagen  auch \u201eSchweinshaxe\u201c und nicht das Bein eines Schweines. Wir schaffen  dadurch nicht nur weniger beunruhigende Referenzpunkte, dass wir Tiere  in Fleischsorten umbenennen, sondern auch dadurch, dass wir Tiere  kochen, w\u00fcrzen und mit Saucen bedecken und somit ihr urspr\u00fcngliches  Wesen verschleiern. Falschheit durchzieht die Sprache \u00fcber Tiere, die  wir essen. Gewalt ist ein zentraler Teil des Schlachtens. Wie verwandelt  man ein Subjekt, das sich wehrt, strampelt und Angst hat, in  Fleischst\u00fccke? Hinter jeder Mahlzeit aus Fleisch steht eine Abwesenheit,  der Tod des Tieres,  dessen Platz das Fleisch als Nahrung einnimmt.  Beim Wort Fleisch fehlt die Wahrheit \u00fcber diesen Tod. Um uns wohl zu  f\u00fchlen, wenn wir an Fleisch denken, werden wir praktisch dazu angehalten  zu vergessen, dass das Schwein [oder das Rind, das Huhn usw.] ein Tier  ist.<\/p>\n<p>Aus dem Tier wird eine nahrungsmittelproduzierende Einheit, ein  Gegenstand, eine Produkt, eine \u201eFrucht\u201c die geerntet werden muss. Die  Sprache kann schaffen, dass Tiere in einer Diskussion um Fleisch  abwesend werden, da schon das Schlachten und Zerteilen das Tier durch  Tod und Zerst\u00fcckelung abwesend gemacht haben. Mit der Sprache wenden wir  bei Tierbezeichnungen die Prinzipien an, die wir schon an ihren K\u00f6rpern  umgesetzt haben. Wenn ein Tier \u201efleischtragendes Tier\u201c genannt wird,  nehmen wir eine falsche Bezeichnung vor, als w\u00e4re das Fleisch nicht das  Tier, als k\u00f6nnte das Fleisch vom Tier getrennt werden, und das Tier   best\u00fcnde noch immer. Das essen von Fleisch ist die h\u00e4rteste und  weitreichendste institutionalisierte Gewalt gegen Tiere. Au\u00dferdem bietet  das Fleischessen die Grundlage daf\u00fcr, Tiere zu unterdr\u00fccken: Wenn wir  sie umbringen, schlachten und verzehren k\u00f6nne, dann k\u00f6nnen wir genauso  gut mit ihnen experimentieren, ihnen Fallen stellen und sie jagen, sie  an Orten z\u00fcchten, wo sie eingesperrt sind wie z.B. in  Massentierhaltungsbetrieben und Pelzfarmen. Es macht keinen Unterschied,  ob Fleisch im Supermarkt oder direkt beim beim \u201e\u00d6koschlachter\u201c gekauft  wurde. Wie sehr oder zu was auch immer es verarbeitet wird, wie nett es  verpackt sein mag; wie weit es von dem, was einmal war, aussieht;  Fleisch sind Leichenteile von Tieren, die Schmerzen empfinden und leiden  k\u00f6nnen. Das alleine sollte grund genug sein,, Tieren keine Gewalt  anzutun. Ob wir von Hunderten oder Millionen Tieren reden, ist f\u00fcr jedes  betroffene Individuum unbedeutend. F\u00fcr jedes ist das eigene Leben, das  Lebendigsein, einzigartig. Jedes Tier hat nur ein einziges Leben, der  Tod bedeutet die Ausl\u00f6schung dieser Existenz! Wenn es selbst entscheiden  d\u00fcrfte, w\u00fcrde kein Tier jemals freiwillig zum Schlachthof gehen und es  erlauben, sich umbringen zu lassen. Stattdessen w\u00fcrde es das Tier  vorziehen, seine Lebensspanne voll auszuleben. Kein Tier sucht es sich  aus, uns zu dienen.<\/p>\n<p>Und was auch immer uns in unz\u00e4hligen Kinderb\u00fcchern erz\u00e4hlt wurde,  Schweine \u201egeben\u201c uns keine W\u00fcrstchen oder Schinken, genauso wenig wie  K\u00fche uns ihre Milch oder H\u00fchner uns ihre Eier \u201egeben\u201c. Die  Herabw\u00fcrdigung von f\u00fchlenden Lebewesen zu Nahrungsmitteln ist immer  unmittelbar mit Gewalt  verbunden. Ein Individuum, von dem wir wissen,  dass es dies nicht will, auszubeuten, einzusperren, es zu benutzen und  zu kontrollieren und es umzubringen, ist eine Gewalttat an sich, die  nicht in einer grausamkeitsfreien oder  mitf\u00fchlenden Art und Weise  ausgef\u00fchrt werden kann. \u201eArtgerechte Haltung\u201c und \u201ehumanes Schlachten\u201c  sind Widerspr\u00fcche in sich. Wir fordern keine besseren (Haltungs-)  Bedingungen, gr\u00f6\u00dfere K\u00e4fige oder strengere Bestimmungen f\u00fcr das  Schlachten  von Tieren. Jedes Tier existiert nur um seiner selbst  willen, nicht f\u00fcr uns oder sonst irgendeinen Zweck. Mit diesem Text  appelieren wir an Sie, mit der Gewalt gegen Tiere zu brechen. Schlagen  Sie einen neuen Weg ein, einen grausamkeitsfreien Weg.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fleisch ein St\u00fcck Lebenskraft? 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